Sexting – Tipps aus der Praxis

Unter dem Begriff „Sexting“ (Kunstwort, setzt sich aus „texting“ und „Sex“ zusammen) wird das Versenden von erotischen Fotos und/oder Nacktaufnahmen von sich selbst oder anderen per Handy verstanden. Die Fotos sind für einen bestimmten Freundeskreis als eine Art Liebes- oder Freundschaftsbeweis oder zum Flirten gedacht. (Quelle: cybersmart.ch)

Plattformen wie Snapchat werben mit dem Versprechen, dass sich verschickte Fotos nach dem Betrachten innert weniger Sekunden löschen. Doch was nützt das, wenn eine andere App oder Screenshots die Bilder abspeichern. Im Internet tauchen immer wieder Fälle von unfreiwillig veröffentlichten Fotos von Minderjährigen in freizügigen Posen auf, meist von Mädchen und nicht selten auch nach Monaten wieder.

Jugendliche bedenken oft die Folgen ihres Handelns nicht, wenn sie erotische Bilder austauschen. Was sie für einen unschuldigen Witz oder Flirt halten, kann ihnen Probleme bereiten. Beziehungen und Freundschaften können sich auflösen und die privaten Bilder aus Rache oder Mobbingabsichten verbreitet werden. Cyber-Mobbing kann eine weitere Folge sein, ebenso sexuelle Belästigung. Die Kontrolle über ein intimes Bild geht schnell verloren. Man weiss nie, wie oft sich irgendwelche Leute ein Bild herunterladen und gespeichert haben. Vielleicht taucht es irgendwann wieder auf, ohne dass man es weiss oder will. Zukünftige Beziehungen und die Karriere können gefährdet werden. Das Internet vergisst nie, die Bilder sind dauerhaft im Netz auffindbar.

Gesetzesgrundlagen in Liechtenstein

Der Gesetzgeber schützt im Kinder- und Jugendgesetz Art. 3 Kinder und Jugendliche in ihrer Unversehrtheit. Und er stellt im Strafgesetzbuch unter Art. 218 und 219 den Besitz und die Verbreitung pornografischer Fotos von Jugendlichen bis 16 Jahre unter Strafe.

Tipps für Jugendliche:

  • Lösche Nacktbilder anderer Jugendlicher auf deinem Smartphone.
  • Bist du betroffen oder kennst du jemanden? Wende dich an Fachpersonen, z. B. die Schulsozialarbeit, den Kinder- und Jugenddienst, Telefon 147, helpmail.li oder auf Facebook an www.facebook.com/jasmina.li13

Tipps für Eltern:

  • Schauen Sie mit Ihrem Kind zusammen die Apps und Fotos an, welche es auf seinem Smartphone gespeichert hat.
  • Sprechen Sie mit ihm darüber, auch über Chancen und Gefahren.

Tipps für Lehrpersonen:

  • Freelance stellt Ihnen zum Thema Sexting eine „digitale Präventionsbox“ sowie fertige Unterrichts- und Kurzeinheiten zur Verfügung: www.be-freelance.net
  • Materialien sind bei der DMS in Vaduz erhältlich.

Für erhöhte Sicherheit im Netz

  • Schau auf dich!
  • Lösche Bilder anderer Personen auf deinem Smartphone, wenn sie es wünschen.
  • Lade keine Fotos auf Plattformen wie Facebook, Instagram, Snapchat, WhatsApp,... ohne dass alle Abge- bildeten einverstanden sind. Und, seid euch bewusst, dass ihr mit dem Upload eines Bildes der Plattform die Verwendungsrechte erteilt. Damit wart ihr einverstanden, als ihr die Allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptiert habt.

Das Team der Schulsozialarbeit Liechtenstein www.schulsozialarbeit.li