Stillen während der Arbeitszeit

Gemäss ArG Art. 35 haben der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin darauf zu achten, dass bei der Beschäftigung und bei den Arbeitsbedingungen einer stillenden Mutter weder ihre Gesundheit noch die des Kindes beeinträchtigt werden (siehe hierzu Risikobeurteilung ArGV Art. 63). 

Wenn der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin keine gleichwertige, ungefährliche Arbeit zuteilen kann, dann hat die Arbeitnehmerin das Anrecht auf eine Freistellung der Arbeit in Form von 80 Prozent des vollen Erwerbseinkommens; siehe ArGV Art. 64. Stillende Mütter dürfen nur mit ihrem Einverständnis beschäftigt werden.

Im ersten Lebensjahr des Säuglings muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin gemäss ArGV Art. 60 der stillenden Mutter die erforderliche Zeit frei geben.

  • Stillt die Mutter am Arbeitsort, so gilt dies als volle bezahlte Arbeitszeit. Hier muss jemand den Säugling bringen und wieder mitnehmen.
  • Verlässt die stillende Mutter den Arbeitsort um zu stillen, so wird die Hälfte der Abwesenheit als Arbeitszeit vom Arbeitgeber oder von der Arbeitgeberin anerkannt.
  • Die übrige Stillzeit darf weder vor- noch nachgeholt werden. Der Arbeitgeber kann auch nicht verlangen, dass die stillende Mutter mögliche Überstunden mit der Stillzeit kompensiert. Die stillende Mutter darf während dieser Zeit keine Überstunden leisten und nicht mehr als maximal neun Stunden pro Arbeitstag leisten. Es müssen folglich die Ruhe- oder Ausgleichsruhezeiten eingehalten werden.